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Vom 8. bis zum 13. Januar 2012 tagte wieder die Landessynode der „Evangelischen Kirche im Rheinland“ in Bad Neuenahr. Hier trafen sich gut 200 Delegierte aus verschiedenen Kirchenkreisen und anderen Institutionen, um über die Belange der Landeskirche zu beraten und zu beschließen.

 

Finanzskandal mit bbz GmbH
Bereits im Vorfeld hatten Berichte über den Finanzskandal der kircheneigenen Gesellschaft bbz GmbH für ein großes Medieninteresse gesorgt, das über die Kirchengrenzen hinausging. Die Tatsache, dass die Kirchenleitung zur Rettung dieser Firma insgesamt 20 Millionen Euro bereit stellen musste, beeinflusste direkt oder indirekt auch die Gespräche und Beratungen der Delegierten. Die Synode bekam gleich zu Beginn einen umfassenden Bericht über den derzeitigen Stand der Erkenntnisse und der eingeleiteten Maßnahmen. 

 

Mit überwältigender Mehrheit wurde eine Entschließung verabschiedet, den Bericht des Vizepräses Dr. Drägert ungekürzt ins Internet zu stellen, er kann auf der Homepage der Landeskirche abgerufen werden unter www.ekir.de

 

Damit gingen alle Verantwortlichen  den Weg einer echten Transparenz im Sinne der Rückgewinnung von verloren gegangenem Vertrauen.

 

Sorgen bereitet im Moment vielmehr die demographische Entwicklung. Insgesamt bedeutet dies, dass der Abwärtstrend der Einnahmen anhalten wird, so dass weiterhin gespart werden muss. Gleichzeitig will die Landeskirche in den Gemeinden und Kirchenkreisen aber ein interessantes Angebot für Seelsorge und Gemeindearbeit aufrecht erhalten, so dass auch in Zukunft über wichtige Schwerpunkte beraten werden muss.

 

Verwaltungsstrukturen sollen gestrafft und effizienter, letztendlich billiger, gestaltet werden. Dazu dient auch die Verlagerung gemeindlicher Verwaltung in zentrale Gemeindeämter. Hier ist insgesamt ein großer Sachverstand versammelt, der vielen Gemeinden zugutekommen kann, wenn sie sich anschließen.

 

Die Gemeinde Porz ist diesen Weg schon vor einigen Jahren gegangen und gut dabei gefahren. Insofern ergab sich für uns kein Handlungsbedarf. Zusätzlich zu dieser Straffung der Verwaltung wird die Landeskirche in den nächsten Jahren ein Konzept erarbeiten, dass die Verwendung der IT-Technologie vereinheitlicht und moderner macht. Diese Maßnahme muss auch im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Finanzrechnungsprogramms gesehen werden, das mit kaufmännischer Buchführung arbeitet.



Weiterreichende Konsequenzen für Gemeinden wird die neue Personalstruktur haben, die beschlossen worden ist.
Dazu muss ein wenig die allgemeine Situation erläutert werden:

Da die Gemeinden seit Jahren sparen müssen und deswegen immer mehr Stellen gekürzt haben, sind die angebotenen Arbeitsmöglichkeiten für Mitarbeitende in den gemeindlichen Arbeitsfeldern mittlerweile uninteressant geworden, weil man im kirchlichen Dienst zu wenig verdient, da es eben kaum noch ganze Stellen mit einem Beschäftigungsumfang von 38,5 Stunden gibt.


Deswegen wird man dazu übergehen, die Vollzeitstellen auf der Kirchenkreisebene anzusiedeln, und zusammen mit den Gemeinden ein Konzept entwickeln, wie die zur Verfügung stehenden Stunden auf darunter liegende Ebene verteilt werden können.

 

Das erfordert natürlich Kooperation und Kompromissfähigkeit aller Beteiligten, sichert aber für die Zukunft eine qualifizierte Betreuung der verschiedenen Arbeitsfelder wie z.B.  Jugendarbeit , Kirchenmusik usw. Damit ist eben auch sicher gestellt, dass es für die verschiedenen Aufgaben  in einer Gemeinde auch die unterschiedlichen Fachleute gibt.

Personalmix“ lautet hier das Stichwort. An dieser Stelle werden auch so große Gemeinden wie wir umdenken müssen.


Umstritten war lange die Frage, ob das Superintendentenamt auch hauptamtlich versehen werden soll oder nicht. Die Diskussion ging auch quer durch die Kölner Kirchenkreise, weil auf der einen Seite die Nähe zur Gemeinde gefährdet gesehen wurde, auf der anderen Seite mehr Professionalität der Superintendenten und –innen möglicherweise erwartet wurde. Herausgekommen ist für alle Kirchenkreise der Landeskirche ein Kompromiss: Jeder Kirchenkreis kann mit Zweidrittelmehrheit festlegen, ob er ein solches Amt im Hauptamt für acht Jahre haben möchte. Auch hier wurde die Kirchenkreisebene gestärkt, eine Ebene, auf die die Gemeinden eine große Einflussmöglichkeit haben.

Natürlich wurde nicht nur über Finanzen geredet, sondern auch über theologische Inhalte. Leitthema war dieses Mal „Leben hat seine Zeit, Sterben hat seine Zeit“. Zur Einführung in die Thematik behandelten die Synodalen eine Orientierungshilfe der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“, die die Themenkomplexe Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen sowie die Haltung zu lebensverlängernden medizinischen Maßnahmen behandelte. Das Papier wurde nicht inhaltlich beraten, sondern die Konsequenzen für das seelsorgerliche Handeln der Kirche wurden in den Blick genommen. Die verschiedenen europäischen Kirchen stehen in ihren Ländern unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen gegenüber. Ein Fazit war aber, dass der Mensch auch im Sterben ein Ebenbild Gottes ist und ein Geschöpf bleibt. Sterben soll daher würdevoll und seelsorgerlich begleitet geschehen. (Das Papier kann ebenfalls auf der o.a. Homepage heruntergeladen werden.)


Bei diesen Betrachtungen wurde auch in Angriff, die unterschiedlichen Formen von außergemeindlicher Seelsorge, wie z.B. Telefonseelsorge, Notfallseelsorge etc., institutionell zu verankern und somit zu stärken.





Annäherung an die katholische Schwesterkirche

Nicht ganz ohne Brisanz war die Frage, wie weit sich die evangelische Kirche in ihren Inhalten an die katholische Kirche annähern darf, kann und soll. Anlass war der Aufruf von Präses Schneider, an der diesjährigen „Heilig-Rock-Wallfahrt“ nach Trier teilzunehmen. Viele sehen darin eine Möglichkeit, sich der Schwesterkirche zu nähern, um die bestehenden Gräben zu überwinden. Dazu gehörte auch, dass der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am Freitag die Morgenandacht für die Synodalen hielt.

Ein musikalisches Highlight sei zum Schluss erwähnt. 2013 ist im Festkalender der Lutherdekade 2017 das Jahr der Kirchenmusik. Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek, vielen noch bekannt als Vorgänger unseres Kantors Thomas Wegst, hatte eine große Anzahl Musiker aus den Kirchenkreisen, darunter auch unseren, in die Kirche in Bad Neuenahr zu einer „Nacht der Klänge“ eingeladen und ein 90-minütiges Konzert mit Musik aus fünf Jahrhunderten erarbeitet. Trotz des späten Abends trafen sich fast alle Mitglieder der Synode gegen 22.30 Uhr und ließen den langen Tag bei wunderschöner Musik und anschließend ein mit einem Glas Rotwein und einigen Käsehäppchen ausklingen. Dann mussten wenige Stunden Schlaf reichen, bevor dann um 9.00 Uhr die Beratungen am nächsten Tag weitergingen.

Henning Schützendorf


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Manguela Fokuhl aktualisiert für die Website freundlicherweise wöchentlich das Ankündigungsblatt "ekip-aktuell"
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