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Im Jahre 1419 stand er erste überlieferte Weihnachtsbaum im Versammlungsraum der Freiburger Bruderschaft der Bäckerknechte. Die Weihnachtsbäume dienten damals nur zum Schmuck von öffentlichen Räumen. Die Bäckerknechte und andere Menschen wollten vermulich so einen Baum dann auch zuhause, und so fanden dann die geschmückten Tannenbäume den Weg in die bürgerlichen Stuben. „Auf Weihnacht richtet man Dannenbäume zu Straßburg in den Stuben auf,“ steht in einer alten Chronik aus dem Elsass geschrieben, „daran häncket man Rosen aus vielfarbigen Papier geschnitten, Äpfel, Oblaten, Zischgold, Zucker.“
1831 erschienen in der Sonneberger "Spielwaren-Musterkarte" von Johann Simon Lindner zum erstenmal kleine Gegenstände aus bleiverspiegeltem Glas, z.B. Nüsse und andere Früchte, die unseren heutigen Weihnachtsschmuck schon erahnen lassen.
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Im Jahre 1848 soll ein armer Lauschaer Glasbläser, angeblich in Ermangelung echter Äpfel und Nüsse, in Heimarbeit den ersten Weihnachtsschmuck aus Glas geschaffen haben, so wie wir ihn heute kennen.
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Das im Thüringer Schiefergebirge (der östliche Teil des Thüringerwaldes) gelegene Städtchen Lauscha kann so mit Recht die "Geburtsstätte" des gläsernen Christbaumschmuckes genannt werden und es blickt heute auf eine 150-jährige Tradition zurück.
Der gläserne Christbaumschmuck wurde überwiegend in Heimarbeit hergestellt. Das wurde erst möglich, als Johann Adam Greiner bei seinen Reisen ins Rheinland die Erkenntnis mitbrachte, daß sich der Werkstoff Glas nicht nur in der Glashütte verarbeiten ließ, sondern daß man in der Hütte gefertigte Halbfabrikate (Glasrohre und -stäbe) an einer kleinen, für jedermann erschwinglichen Brennstelle weiterverarbeiten kann.
So konnte jeder Glasbläser mit ein paar Arbeitsgeräten und einer Öllampe in Heimarbeit zugekauften Glasröhren zu Weihnachtsschmuck weiterverarbeiten. Noch in den 1920-er Jahren wurde der in Kartons verpackte Christbaumschmuck verschnürt mit Tragekörben auf dem Rücken transportiert.
Seit ca. 1870 konnte der Christbaumschmuck nach Gründung der Gasanstalt in Lauscha auch industriell hergestellt werden. Durch die heißere Gasflamme wurde es nun möglich, auch größere Gegenstände, insbesondere Kugeln aus Glas zu blasen. Damit entstand die Weihnachts- oder Christbaumkugel.
Äpfel und Kugeln
"Äpfel an Weihnachtsbäumen erinnern an die Äpfel im Paradies und an das Paradiesische am Weihnachtsfest. Die Christbaumkugeln stehen in enger Beziehung zur Apfelsymbolik. Die Kugel gilt als absolut perfekte Form und steht daher für die Vollkommenheit und Göttlichkeit. Als Form ohne Anfang und Ende symbolisiert sie die Ewigkeit." [1]
Die Sonneberger Spielwarengroßhändler wurden auf den Christbaumschmuck aufmerksam und von da an stand dem Siegeszug des Christbaumschmucks aus Lauscha in die weite Welt nichts mehr im Wege. Lauscha hatte über viele Jahrzehnte mit dem "Original Thüringer Christbaumschmuck" eine Monopolstellung inne.
Heute sind der Vielfalt des Christbaumschmucks von klein bis groß, von rund bis eckig, von Kunst bis Kitsch keine Grenzen mehr gesetzt.
Manfred Firnhaber
Quellen:
[1] 150 Jahre Gläserner Christbaumschmuck aus Lauscha in Thüringen, Weihnachtsland Lauscha
Die historischen SW-Fotos und das Farbfoto mit der Gasflamme wurden freundlicherweise von der Firma Krebs Glas Lauscha GmbH, Am Park 1, 98724 Lauscha zu Verfügung gestellt. Sie unterliegen dem copyright.
weitere Fotos: Firnhaber (Die Fotos können durch Anklicken vergrößert werden)