Am heutigen Volkstrauertag fand um 11 Uhr am Ehrenmal in der Groov eine Gedenkstunde für die Opfer der beiden Weltkriege statt.
Der Bläserchor der evangelischen Pauluskirche eröffnete die Veranstaltung, worauf die Chorgemeinschaft Cäcilia antwortete. Es folgte die Ansprache von Pfarrer Theobold, der als Thema das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“ gewählt hatte. Von Ludwig Uhland geschrieben, der mit dem Lied an seinen gefallenen österreichischen Freund und an die Badenser Landsleute erinnert, die unter französischem Kommando gegen die Österreicher kämpfen mussten. Bis heute erinnert das Lied an das ungewisse Schicksal und den plötzlichen Tod, denen Soldaten überall in der Welt ausgesetzt sind.
Wenn Tina Turner singt: We don’t need another hero.”, so sagen wir als Christen mit Jesus: „Selig sind die Frieden stiften.“ und drücken damit aus, dass wir Helden brauchen, die lernen und arbeiten um den Frieden zu schaffen und zu erhalten. Das war auch der Schwerpunkt der Rede von Jo. Bilstein, der für den Bürgerverein sprach. Er erinnerte als Zeichen für die Grausamkeit des Krieges an einen jungen Soldaten, dessen Name auf der Ehrensäule steht, der am 10. Nov. 1918 starb, einen Tag vor Kriegsende!
Den Schluss machten der Bläserchor mit „Ich hatt’ einen Kameraden“ und die Chorgemeinschaft Cäcilia mit einem Choral, der mit einem frohen Halleluja endete.
Eine Trauerfeier bringt es mit sich, dass aus der Erinnerung eigene tiefe Trauer hochsteigt. Noch gibt es ja Zeitzeugen der schrecklichen Ereignisse, die mit Naziherrschaft und Krieg einher gingen. Väter, Großväter und viele Angehörige fehlen in der Familie, und dieses Fehlen zeigt auch Wirkung bei den Jüngeren – wenn darüber gesprochen wird, aber noch mehr, wenn niemand darüber spricht.
Wir halten diese Gedenkstunde in guter Tradition für die Gefallenen der Weltkriege. Ich möchte aber daran erinnern, dass wir mit unserer Bundeswehr auch in dieser Zeit Tote zu beklagen haben. Obwohl bis heute niemand Offizielles von einem Krieg in Afghanistan spricht, sterben junge Soldaten im Dienst „am Hindukusch“. Auch die gilt es heute zu betrauern. Was als Friedensmission vom Parlament beschlossen wurde, fordert im Zusammenhang mit dem Irankrieg und der Bekämpfung der Taliban Opfer, die uns mahnen, alles zu tun, um ein friedliches Miteinander der Menschen und Nationen zu erreichen.
Krieg darf kein Mittel der Konfliktbearbeitung bleiben!
Monika Thielecke
Fotos: Warstat (Fotos können durch Anklicken vergrößert werden)