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Wie "christlich" ist der Koran?









Wie "christlich" ist der Koran? - eine Spurensuche nach jüdischen und judenchristlichen Elementen, die in den Koran des Propheten Mohammad eingeflossen sind. Hierüber referierte Peter Leifeld am 22. Oktober 2008 in der Pauluskirche Zündorf aus religionshistorischer wie religionssoziologischer Sicht. "Die eigene Position bewahren, aber auch Brücken bauen, aufeinander zugehen und den anderen verstehen und nicht verletzen" , mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Theobold den Vortragenden und die Zuhörer recht herzlich.






Der katholische Theologe Leifeld begann mit der Hypothese: Alle Religionen haben geschichtliche Vorläufer, die sie zumindest unbewußt mitprägen. Der Islam ist nicht christlich, ist aber geprägt durch das Juden- und das Christentum. Die Idee des Monotheismus verbindet Christen, Juden und Moslems. Sie alle verehren Abraham als Vater des Einheitsglaubens. Mohammed hat, wie historisch gezeigt werden kann, insbesondere das Judenchristentum gekannt, erlebt und Gedanken daraus übernommen, allerdings sind hiermit nicht die offizielle Kirche gemeint, sondern die kleinere Gemeinden im arabischen und ägyptischen Raum, die schon in den ersten Jahrhunderten aus der Amtskirche herausgedrängt wurden, z. B. die Kopten.

 

Die christlichen Traditionen waren tief gespalten vom Konflikt zwischen der Heidenmission des Paulus und dem Widerstand der judenchristlichen Gemeinde in Jerusalem unter dem „Herrenbruder“ Jakobus. Verschärft wurde im Laufe der Jahrhunderte die Spannung durch die Dogmenentwicklung der orthodoxen Kirchen von Konstantinopel und Rom, die von vielen Lokalkirchen des nahen und mittleren Ostens nicht übernommen wurden. Durch diese Häresien (= Abspaltungen) waren viele dieser „monophysitischen“ (= sie glaubten nicht an die zwei Naturen in Jesus, die göttliche und die menschliche) Kirchen Verfolgungen durch den Kaiser von Ostrom / Konstantinopel ausgesetzt.

 






Ismael, der Sohn Abrahams, und dessen Mutter Hagar, die nach jüdischer Überlieferung die ägyptische Magd Saras ist, wurden aus dem Judentum übernommen und sind wesentlich für die Identitätsbildung des Islams, ebenso der schwarze Stein der Kaaba, wo Abrahm seinen Sohn opfern sollte, Im Gegensatz zur Bibel gibt der Koran keine Auskunft darüber, ob Isaak oder Ismael das Opfer war.

 

Jesus ist im Koran nicht der Sohn Gottes, sondern nur ein Prophet, und Maria wird als jungfräuliche Mutter erwähnt.

 

Wie bei allen Religionen, auch beim Christen- und Judentum, hat der Islam Jahrhunderte gebraucht, bis seine Lehre im Koran schriftlich niedergelegt wurde. Deshalb ist es historisch nicht belegt, daß der Koran, wie behauptet wird, von Mohammed in einem Guß erstellt wurde.

 

Das Fazit des Vortragenden: Der Koran hat eine großartige Glaubenstradition begründet. In seinem „Wurzelwerk“ sind viele Elemente der jüdischen und judenchristlichen Traditionen eingeflossen, die noch im Detail erforscht werden müssen. Sie machen aber heute schon deutlich, dass auch sie dem Frieden und der Toleranz unter den Religionen dienen müssen, um für die Zukunft der Welt fruchtbar zu sein.

 







Nach dem Vortrag entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit den zahlreichen Zuhörern. Theobold schenkte Leifeld zum Dank eine Flasche Wein, die Leifeld mit der Bemerkung annahm, er hoffe, er habe den Zuhörern reinen Wein eingeschenkt.


HIer finden Sie den Vortrag von Peter Leifeld. 

 

 



Manfred Firnhaber, Peter Leifeld

Fotos: Firnhaber (Fotos können durch Anklicken vergrößert werden)


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Manguela Fokuhl aktualisiert für die Website freundlicherweise wöchentlich das Ankündigungsblatt "ekip-aktuell"
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