Bezirk "Zündorf / Langel" - Pauluskirche| Home | Impressum | Kontakt | News |


Geusenfriedhof




Der Geusenfriedhof in Köln-Lindenthal ist der älteste evangelische Friedhof des Rheinlandes. Bei seiner Anlage im Jahre 1584 befand er sich außerhalb der Stadttore Kölns und bot von 1576 bis 1829 die einzige Möglichkeit der Bestattung evangelischer Christen. Das Grundstück hatte die katholische Adelige Ursula von Goer zu Kaldenbroek gestiftet.

 

Die Bezeichnung ist auf niederländische Protestanten zurückzuführen, die nach Köln kamen und als Geusen bezeichnet wurden. Geusen (abgeleitet aus französischen Wort gueux für Bettler) nannten sich die niederländischen Freiheitskämpfer während des Achtzigjährigen Krieges (1568 - 1648).

 


Die in Köln heimischen Anhänger der Reformation - neben den als Glaubensflüchtlingen eingewanderten, niederländischsprachigen „Geusen“ gab es auch deutschsprachige Gemeinden der Lutheraner und Reformierten sowie eine französischsprachige reformierte Gemeinde - praktizierten ihren Glauben angesichts der feindlichen Bedingungen in Köln weitgehend verdeckt. Es gilt als wahrscheinlich, dass zunächst Pfarrer aus der damals in Glaubensfragen tolereranteren rechtsrheinischen Stadt Mülheim diese frühen Kölner Protestanten seelsorgerisch betreuten.








Man findet den Geusenfriedhof in Köln-Lindenthal auf dem Eckgrundstück Kerpener Straße/Weyertal in direkter Nachbarschaft des Evangelischen Krankenhauses. Der Bau desselben im Jahre 1902 hatte zur Verkleinerung des Friedhofes auf die Hälfte seiner ursprünglichen Größe, verbunden mit der Umsetzung vieler Grabsteine, geführt. Die danach folgende Verwilderung und Verwahrlosung des Geländes endete erst in den 1980er Jahren, als die Evangelische Gemeinde mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalens mit der Restaurierung von Grabsteinen und der Herrichtung des Geländes begann.

 

Das Grundstück mit altem Baumbestand ist heute auch durch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer auf einem Rundweg und zwei Querwegen sicher begehbar. Die einzelnen Gräber sind nicht mehr mit Wegen erschlossen, zwischen ihnen ist der Boden dicht mit Efeu bewachsen. Einige der alten, liegenden Grabsteine wurden konserviert und auf neuen Sockeln gelagert, andere sind zugewachsen und verwittert. Die Anlage steht seit 1981 unter Denkmalschutz.










Viele Grabdenkmale des Geusenfriedhofes sind sowohl künstlerisch als auch gemeindegeschichtlich sehr bemerkenswert. Vor Aufkommen des Klassizismus zeigten die frühen Grabsteine gegenüber den zeitgenössischen katholischen Grabanlagen eine deutlich abweichende Formensprache, insofern sie auf kreuzförmige Steine weitgehend verzichteten und stattdessen geschrägt liegende rechteckige oder quadratische Grabplatten verwendeten, die an Gedenksteine in einer Kirchengruft erinnern. Danach ist eine Annäherung an tradierte Formen, etwa in der Verwendung von aufrechten klassizistischen Stelen und Obelisken feststellbar.

 

Bildliche Darstellungen von Heiligen sind seltener als in der katholischen Grabkultur. Die Darstellung von Wappen, Hausmarken, beruflichen Symbolen oder Bildmetaphern für Tod, Vergänglichkeit und Auferstehung wie Gerippe, Sensenmann, Schädel oder Engel ist dagegen häufig anzutreffen, wobei der religiöse Bezug durch Bibelzitate unterstrichen wird.

 

 














Manfred Firnhaber

Fotos: Firnhaber, Richert (Fotos können durch anklicken vergrößert werden)

 

Quelle: Wikipedia


[X]
Manguela Fokuhl aktualisiert für die Website freundlicherweise wöchentlich das Ankündigungsblatt "ekip-aktuell"
Diese Seiten wurden zuletzt aktualisiert:Geusenfriedhof

[Fenster schließen]

[X]

[Fenster schließen]